Die Insassenunfallversicherung ist in ihrer Grundform ein Relikt

Insassenunfallversicherung - eine Sonderform der Absicherung

Die Insassenunfallversicherung ist eine Sonderform der Absicherung von Personenschäden, die für alle Mitinsassen in einem Unfallfahrzeug gilt. Durch die Insassenunfallversicherung sollen Schäden finanziell abgesichert werden, die allen Mitfahrern nach einem selbst herbeigeführten Unfall entstehen. Je nach Schwere dieses Unfalls umfasst die Absicherung nicht nur Kosten der Erstbehandlung oder eines Aufenthaltes im Krankenhaus, sondern auch eventuell eintretende Verdienstausfälle bei einer längeren Abwesenheit vom Arbeitsplatz.

Die Insassenunfallversicherung ist in ihrer Grundform ein Relikt aus vergangenen Jahrzehnten des Versicherungswesens, in dem sich eine KFZ Versicherung aus vielen Komponenten zusammensetzt und viele, verschiedene Einzelrisiken umfassen konnte. In der heutigen Zeit empfinden viele Fachleute in Versicherungsfragen den Insassenunfallschutz als nicht mehr zeitgemäß, mit der Begründung, dass alle Schäden in jedem Fall durch die KFZ Haftpflichtversicherung übernommen würden. Die Schädigung, die durch einen Unfall herbeigeführt wird, muss schließlich nicht nur einen externen Unfallpartner treffen, sondern kann sich auch aktiv auf Mitfahrende im eigenen Fahrzeug auswirken. In dieser Hinsicht sehen viele Versicherungsexperten die Insassenunfallversicherung mittlerweile als überflüssig an, auch wenn sie immer noch von einigen Versicherungen angeboten wird und hierbei in Einzelfällen durchaus Sinn ergibt.

Schutz durch Insassenunfallversicherung

Der Schutz durch die Insassenunfallversicherung wird dann relevant, wenn ein Unfall grob fahrlässig oder sogar absichtlich herbeigeführt wurde bzw. der Unfallpartner eine solche Absicht unterstellt. In vielen Fällen wird sich über den Hergang des Unfalls gerichtlich auseinandergesetzt, wobei am Ende des Urteil des Gerichts die Frage der Schuld klärt. Je nach Art des Versicherungsschutzes kann sich die eigene Versicherung weigern, für Haftpflichtschäden aufzukommen, da sie es als erwiesen ansieht, dass der Fahrzeughalter den Unfall auch hätte verhindern können oder absichtlich ausgelöst hat. Entfällt in dieser Situation der Schutz durch die Haftpflichtversicherung, bleiben die Leistungen der Insassenunfallversicherung jedoch weiterhin erhalten, so dass geschädigte Mitfahrer in jedem Fall zu ihrem Recht und zu finanziellen Ersatzleistungen kommen.